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Nachhaltiger Leben: Klamotten shoppen


Ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich mir seit einiger Zeit Gedanken darüber mache, wie ich bewusster und nachhaltiger leben kann. Das kam zum einen durch Dokumentationen, die ich mir angesehen habe, Gespräche mit Freunden und das Erkennen. Wie unnötig eigentlich dieser ganze Müll, den wir produzieren, dass es für mich nicht notwendig ist Tiere auf meine Nahrungsliste zu setzen und wie schädlich Fast Fashion ist. Ich wünschte, ich könnte von mir behaupten, dass ich seit Monaten nichts mehr in herkömmlichen Klamottenläden gekauft oder Online geordert habe. Aber so gut bin ich leider nicht und ich will euch gar nichts vormachen. 

Erschreckenderweise ist es tatsächlich so, dass ich in etwa einmal im Monat dem Online Shopping verfalle und Klamotten im Internet bestelle, die dann innerhalb von ein paar Tagen bei mir landen. Ehrlich gesagt war mir das gar nicht wirklich bewusst und erst neulich ist mir aufgefallen, dass dahinter eine Regelmäßigkeit steckt, die ich gar nicht haben möchte. Selbst, wenn ich nicht alle Sachen behalte und einen großen Teil wieder zurück schicke... ist es doch irgendwie unnötig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich nach meinem Umzug im Oktober so viele Klamotten aussortiert habe und richtig froh war, nur noch wenige geliebte Teile zu besitzen.


Was also tun? Ich habe für mich beschlossen, es mit dem Shoppen erstmal sein zu lassen. Ich brauche nicht einmal im Monat neue Klamotten und wenn, dann stöbere ich lieber auf Flohmärkten. Zwischen altem Trödel kann man so viele schöne Sachen finden, dass man sich manchmal schon wieder zusammen reißen muss. Aber ich liebe diese entspannte Atmosphäre und ab und zu den Sonntag so richtig zu zelebrieren. Ausschlafen, leckeres Frühstück, entspannt zum Flohmarkt schlendern.

Was ich noch nicht ausprobiert habe, sind Slow Fashion Shops, also Labels, die nachhaltig und fair Mode produzieren. Bisher hatte es für mich immer den Anschein, dass viele recht teuer sind - auch wenn der Preis durch die Produktion gerecht fertigt ist, hat mich das bisher abgeschreckt. Wenn ich also doch merke, dass etwas wichtiges in meinem Kleiderschrank fehlt, dann werde ich mir mal verschiedene faire Labels anschauen.

Wie ist das bei euch? Kauft ihr viele Klamotten und habt ihr schon Slow Fashion Labels ausprobiert? Wenn ja, was könnt ihr empfehlen? Fragen über Fragen :D


Außerdem habe ich mir überlegt, dass wenn ich mal wieder profan über Outfits schreiben möchte - was ich seit, hui, 2015 nicht mehr getan habe -  eine Karma-Punkte-Regelung einführe. Ganz nach dem Prinzip von Gute Güte. Teile, die in gewöhnlichen Läden geshoppt wurden bekommen einen Minuspunkt und Teile, die vom Flohmarkt, aus Second Hand Läden kommen oder einfach weiter verschenkt wurden, bekommen einen Pluspunkt. Ich werde also versuchen nur Outfits auf dem Blog zu teilen, die mindestens 0 Punkte und höher haben. 

Karma, Baby

Top: Review (-1)
Bikini Top: Butterfly (-1)
Mom-Jeans: Flohmarkt (+1)
Budapester: wurden an mich weiter verschenkt (+1)

Karma Bilanz: 0

Nenne ich jetzt mal einen soliden Start.


Von Schwarzen Löchern und Blumenmädchen

Wie schreibt man schön über etwas schreckliches? So oft habe ich angefangen Worte zu tippen, sie mir zu recht zu legen. Kombinationen aus Buchstaben zu finden, die dieses Gefühlsknäuel in mir beschreiben können. Aber es ist als würden sie mir wie Wasser durch die Finger rinnen, sobald ich sie auf meiner Zunge zu schmecken glaube. Fünf Monate und acht Tage sind vergangen, seitdem dein letzter Atemzug die Erde traf und du unendlich wurdest. Seit 152 Tagen trage ich ein Schwarzes Loch in mir.


Eine kleine Definition
Ein Schwarzes Loch ist ein Objekt, das in seiner unmittelbaren Umgebung eine so starke Gravitation erzeugt, dass weder Materie noch Information diese Umgebung verlassen kann. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie verformt eine ausreichend kompakte Masse die Raumzeit so stark, dass sich ein Schwarzes Loch bildet.

Ich habe Wortskizzen auf Papier gezeichnet. Ohne Tinte. Sondern mit rauem Schmerz, der so viel unerschöpflicher ist. Die müden Versuche die schwarze Unendlichkeit mit Worten zu füllen. Weil Worte mächtig sind. Und doch scheitere ich kläglich, weil sie mir wie Wasser durch die Finger rinnen, sobald ich sie auf meiner Zunge zu schmecken glaube. Weil es eine so starke Gravitaion erzeugt, dass selbst die großen Worte zu kleinen unansehlichen Fetzen verblassen bis sie ganz verschwinden. Ein paar von ihnen habe ich heimlich aufgeklaubt und flüsternd liegen sie auf meiner Haut:

Früher habe ich Blumen getragen. In den Haaren, auf dem Kleid, in den Händen. Zarte, geflochtene Freuden aus Leben gewoben. Sanft und zerbrechlich. Adern, die sich wie unsichtbare Muster auf Haut legen. Hauchdünnes Atmen, leises Seufzen.

Ich erinnere mich noch, als ich das letzte Mal in einem Wald war. Es war wichtig, deshalb weiß ich noch ganz genau, wie sich das Licht der Nachmittagssonne seinen Weg durch die dichten Baumkronen gebahnt hat und die ganze Lichtung in Gold tauchte. Warm und sanft. Ich hatte nicht erwartet ein Gefühl von Leichtigkeit an einem Ort wie diesen zu treffen. Da, wo sich Leben und Tod begegnen. Der Geruch von Moos und uralten Bäumen, das leise Knirschen von Mulch und Laub unter meinen Sohlen und dieses Gefühl, als ob das ganze Bild vor mir nur eine trügerische Szenarie wäre. So unwirklich schön. Ungeheuerlich.


Ich muss sieben gewesen sein, als ich das erste Mal eine Rose auf einen Sarg warf. Mit zittrigen Händen, an denen der Schweiß tanzte, fiel sie mir in meiner Unbeholfenheit vor die Füße. Ich spürte die Blicke auf mir wie heiße Steine auf Haut und konzentrierte mich mit aller Macht auf die cremefarbenen Blütenblätter vor mir. Beim nächsten Mal fiel sie tiefer. Ein sanftes Ankommen auf kühlem Holz. Eine Kinderhand voll Sand, der seiner Vorgängerin folgt, ein vorsichtiges Aufschauen auf tränennasse Gesichter und ein leises Zurücktreten.
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Ich war zwanzig, als ich mich feige und dumm hinter Worten versteckte, die größer schienen als sie wirklich waren. Meine sichere Blase wollte ich nicht verlassen, um mich dem Schwarz nicht stellen zu müssen. In meiner Welt hatte ich so viele Dinge zu tun, die in der Wirklichkeit so schnell verblassen. Das nagende Gefühl von Scham sitzt noch immer in meiner Brust.

Vor hundertzweiundfünfzig Tagen hast du dich schlafen gelegt. Den Kopf, von wuscheligem, weichem Haar umrahmt, auf ein Kissen gebettet. Die Augen geschlossen. So stelle ich es mir vor, seit Weihnachten habe ich dich nicht mehr gesehen. Und dann trifft Feuer auf Haut und verwandelt sich in heiße Asche. Ein letztes Zischen. Ruhe.


Früher habe ich Blumen getragen. In den Haaren, auf dem Kleid, in den Händen. Zarte, geflochtene Freuden aus Leben gewoben. Sanft und zerbrechlich. Adern, die sich wie unsichtbare Muster auf Haut legen. Hauchdünnes Atmen, leises Seufzen.

Ich stehe vor dir mit leeren Händen. Du in neuer Form, ich in meiner alten. Und du bist immer noch wunderschön. Brauchst dich nicht mit Blumen schmücken, weil du auch ohne sie strahlst und ich lebe letzte Erinnerungen nochmal. Du hast mal gesagt, dass ich wie eine Elfe wäre. Zart und zerbrechlich. Aber trotzdem stark. Vielleicht bin ich doch dein Blumenmädchen, aber anders als du dachtest. Nicht, um mich schön zu fühlen, sondern um ein kleines bisschen Leben weiter zu geben.

Schlaf gut.

Fotografie: Hang (Dresden)


Das letzte Mal, dass ich mich mit einer Freundin zum Fotografieren getroffen habe ist schon richtig lange her. Also wirklich. Da habe ich noch in Dresden gewohnt und es fing gerade an sommerlich warm zu werden. Seit dem ist, abgesehen vom Umzug nach Leipzig, zumindest ein bisschen was passiert. Ich habe ein Praktikum in einer Grafik - und Druckwerkstatt angefangen, was mir ziemlich gut gefällt, mich dafür aber auch viel einspannt. Deshalb bin ich erst jetzt dazu gekommen mich an die Bilder von meiner lieben Hang zu setzen.


Hang habe ich damals (oh, das klingt als würden wir uns Jahre kennen :D) noch vor meinem Studium über Facebook in einer Gruppe kennengelernt, in der es darum ging Firmen und Blogger zu vernetzen und Kooperationen zu kreieren -  daraus ist dann dieser Beitrag entstanden. Nach einiger Zeit habe ich dann festgestellt, dass Hang auch in Dresden studiert und tatsächlich genau denselben Studiengang gewählt hat, für den ich mich auch beworben hatte. Später sind wir uns dann noch in Dresden beim Campus Radio über den Weg gelaufen und irgendwann da haben wir gemerkt, dass wir uns richtig gut verstehen und auf einer Welle sind. Manchmal hat man das so mit Menschen, die man eigentlich noch gar nicht richtig kennt, aber mit denen man trotzdem über alles reden kann, ohne dass es irgendwie komisch ist. Kennt ihr diese Menschen, die von Grund auf eine positive Ausstrahlung haben? Hang ist einer dieser Sonnenscheinmenschen, bei denen man eigentlich nur gute Laune haben kann und die einem so viel positive Energie mitgeben. Und auch wenn das auf den Bildern nicht so ersichtlich ist - eigentlich trägt sie immer ein Lächeln auf ihren Lippen.

Hang hat übrigens auch einen Blog, auf dem sie regelmäßig scheibt (ein weiterer lustiger Zufall unseres Kennenlernens) und hier könnt ihr die letzte Serie sehen, die wir zusammen geshootet haben.