Poetry Slam: Lass' doch mal fliegen.



Manchmal glaube ich, wir denken zu viel nach.
Wir lassen uns von zu vielen Dingen leiten, die uns beeinflussen.
Von anderen Menschen, deren Meinung, von Werbeplakaten und Mode, Maßen und Körperidealen.
Wir wolln' uns ständig formen, wolln' verändern wer wir sind, woll'n uns am besten neu erfinden und kriegen's doch nicht hin.
Schauen immer nur nach rechts und links, sehen nicht wer wir wirklich sind, sondern nur, dass andere größer, schöner, intelligenter und irgendwie besser sind. Als wir selbst.
Dann versinken wir in Selbstmitleid und manchmal auch in Wut, weil "Warum sieht die so schön aus? Und warum geht es der so gut?" Aber was wir nicht sehen ist, was hinter dieser tollen Fassade steckt. Weil ein jeder so gut seine Geheimnisse pflegt, wie mancher seine Briefmarkensammlung oder seinen Bonsai.

Das hübsche Mädchen hatte schon immer viel Kummer und im dunkeln werden ihre Sorgen noch schlimmer. Sie würde gern gesehen werden, scheint unnahbar und so weit weg. Doch keinem ist sie nah und keiner ist für sie da. Dabei will sie nicht viel.

Der  große Typ an der Straßenecke steckt eigentlich voller Fantasien, Träume und Ideen.  Er hätte so viel zu sagen, hätte so viel zu tun. Aber den Anfang findet er nicht und das ist zu mühsam. Drum lässt er sein Leben ziehen wie das stetige Kommen und Gehen der U-Bahn.

Was ich sagen will: Jedem geht es anders, als er  vorgibt zu sein. Jeder fühlt sich mal nicht schön, unwohl und allein.
Aber, lass uns doch nicht von sowas runter ziehen, sondern irgendwie nach oben.
Lass uns nicht brav, sondern wild und lebendig sein bis wir toben.
Lass das Unmögliche möglich machen, auch wenn wir die Möglichkeit nicht sehen.
Lass mal fliegen, auch wenn unsere Füße wegen Schwerkraft auf dem Boden stehen.
Lass mal nicht nur nach rechts und links, sondern nach vorne gehen. Mit der Blickrichtung auf dich selbst.
Lass mal Mut haben zu wagen, auch wenn wir verlieren,
Lass mal wagen mutig zu sein, auch wenn wir Angst haben.

Lass doch mal fliegen und noch höher steigen, nach den schönsten Sternen greifen und wenn wir sie dann doch nicht erreichen, ist das auch nicht  so schlimm.
Weil der Weg ist das Ziel und im hier und jetzt liegt der Sinn.