Time is such a hungry beast

"Time is such a hungry beast
it swallows all my memories
it makes all smells and color fade
it takes the ones I love away"
- Boy

Na, wer von euch hat denn nicht aufgegessen? Nach dem Wetter zu urteilen müssen da ja einige dran beteiligt gewesen sein. Und nun ist es einmal grau und kalt (okay, nur kälter) und schon spüre ich den Sonnenschein-Entzug. Eingemummelt mit Kuschelpullover und dickem Schal sitze ich hier und schlürfe Tee. Dass ich mich schon erkältet habe muss ich nicht erwähnen, oder? Um so sehnsüchtiger schaue ich mir die Bilder, die vor einer Woche entstanden sind. Ein richtig schöner Spätsommertag war das. Und jetzt ist es schon fast Mitte September, kein goldener Herbst in Sicht und von angenehmen Temperaturen ebenso weit entfernt. Kann mir jemanderklären wie die Zeit so schnell vergehen konnte?
Momentan bin ich gerade dabei wieder einiges für den Blog zu planen. Es sollen wieder (nach den vielen Texten, danke für eure lieben Worte!) DIY's kommen, Rezepte für die Herbstzeit, Buchtipps (ich habe mich so über euer Feedback gefreut!) und die eine oder andere Überraschung. Aber das muss alles organisiert werden und mit der Schule nebenbei läuft mein kleines Köpfchen auf Hochtouren, um alles zu schaffen. Außerdem habe ich es mir in den Kopf gesetzt öfters mal kleine Videos zu drehen wie in diesem Post. Und ganz eigentlich sollen in Zukunft noch ein paar weitere Features kommen. Hat von euch jemand zufällig etwas Zeit für mich übrig? Ich würde dann einmal alles davon nehmen, danke!
Jetzt wünsche ich euch allen aber erst mal ein entspanntes und erholsames Wochenende und entlasse euch von meinem seltsamen Laber-Gedanken-sortier-Post :D





xoxo, Celine

Poetry Slam: Eine Kiste Vergangenheit als unsere Gemeinsamkeit


Wir haben uns nicht gesucht, haben uns irgendwie gefunden.
Wir waren einfach da, zu der Zeit, an dem Ort
beide mit offenen Wunden und ich sprach kein Wort.

Eigentlich war ich ja unsichtbar, aber warumauchimmer du nahmst mich wahr,
hast mich gesehen, obwohl ich doch gar nicht sichtbar war.
Und ja, erst hatte ich Angst aus meinem Schneckenhaus zu kommen,
doch du hast mich ganz sanft an die Hand genommen
und irgendwie nach und nach mein Vertrauen gewonnen.

Und dann warst du immer da für mich.
Hast mich gehalten, wenn ich drohte zu fallen -
hab' dich gehalten, wenn du drohtest zu fallen
und ich war für dich da.

Und nach einiger Zeit wurde mir klar,
dass du derjenige warst, der kaputt war.
Und nicht du warst mein Anker in stürmischer Not,
sondern ich war deiner und hielt dich, beständig und fest.
Bei mir warst du sicher, ein gefundener Schiffsbrüchiger, in meinen Armen
- geborgen und warm.

Ich war dein sicherer Hafen, schon klar, dein Segel im Wind,
wenn der Sturm bei mir war.
Wir haben uns gehalten, aber auf welchem Fundament?
Auf unsicherem Boden, haltlos, vom Ufer getrennt.

Weißt du, eine zeitlang fühlte ich mich
als hätten wir denselben Nenner und gingen gegen unendlich.
Als wär'n wir der Teil einer Formel nicht getrennt vom Istgleich.
Als wär'n wir eine unlösbare Gleichung,
eine Metapher der vollkommenen Unvolkommenheit, aber trotzdem richtig.
Mit dir fühlte ich mich als würde ich fliegen und die Euphorie wär' 
mein Treibstoff mit der Beschwinglichkeit als ständigen Begleiter,
als ginge es immer höher und höher und WEITER!

Und dann kam der Fall.
Und ich fiel und verfluchte die Schwerkraft,
spürte den Schmerz überall und er brachte mich fast zum Erliegen,
aber diese Genugtuung sollte das Leben nicht kriegen.

Ich war nicht länger dein Hafen; er steckte in Brand,
mein Segel hielt ihrem Wind nicht mehr Stand
und unser Schiff fing an zu sinken auf den Grund des Riffs
und wir waren nicht länger unendlich.

Unsere einzige Geimeinsamkeit besteht nur noch aus unserer Vergangenheit.
Und unsere zweisame Unendlichkeit war plötzlich
gar nicht mehr so weit, sondern nur noch endlich.

Doch jetzt ist es so weit, ich fühle mich bereit
dich und die Vergangenheit in die Kiste zu stecken
und mit meinem kleinen Schiff neue Gewässer,
neue Häfen zu entdecken.

Leb'  Wohl.



 Kleine Frage am Ende: Würde es euch gefallen, wenn ich zukünftige Texte in einem Video vorlese?

xoxo, Celine

Und sonst so?

Angelenht an Arianes wiederbelebtes Feature unter dem neuen Titel Und sonst so? habe ich heute eine kleine Collage für euch mit Dingen, die in der letzten Zeit passiert sind - denen ich aber nicht jeweils einen extra Eintrag widmen wollte. Ein neuer Post für die Stöberecke also.



(1) Die Ferien wurden dafür nutzen, solange zu schlafen wie man will und nach dem Aufwachen liegen zu bleiben und zu lesen. So lässt es sich leben, ich sag's euch! (2) Wie schon im vorletzten Post gesehen; mein neuer Kalender. Steht symbolisch für mein wirklich letztes Schuljahr, puhh! (3) Das Bild entstand als ich mit meiner Familie an der Ostsee zum Camping-Urlaub war. Ich liebe es ja zu campen. Wie sieht das bei euch aus? (4) Meine liebe Freundin P besuchte mich ein paar mal bevor sie bald umzieht. Generell heißt es jetzt viel Abschied nehmen, weil sich einige meiner Lieblingsmenschen auf machen, um die Welt zu erkunden oder schon in ihre Studentenbude ziehen. (5) ENDLICH bin ich mal wieder zum lesen gekommen! Was ich als Lesereatte gefuttert habe? Will&Will - John Green, David Levithan; Eine handvoll Worte - Jojo Moyes; Die Känguruchroniken - Max Uwe Kling und Rico, Oskar und die Tieferschatten - Andreas Steinhöfel. Was könnt ihr noch schönes empfehlen? Und besteht Interesse an Buchtipps/rezensionen?  
(6) Ein schönes Bild mit einer witzigen Geschichte dahinter. Wie schon erzählt waren wir an der Ostsee campen - leider zu dem Zeitpunkt als auch Sturmtief Wilma ihr Unwesen dort trieb. Unsere Zelte sind zwar stehen geblieben (eigentlich gibt es hier noch viele Anekdoten zu erzählen - von undichten Zelten, Pfützchen neben der Isomatte,...) - nicht aber unser Pavillion. Tja, und was macht Celine als der Sturm vorüber war und sich die Sonne wieder gezeigt hat? Richtig, Kamera schnappen, "Haaalt! Noch nicht wegräumen!" rufen und die wunderschönen Tropfen auf dem zusammengebrochenen Pavillion fotografieren. 

 Celine

"Die Liebe gibt es nicht ohne die Wahrheit"

John Green, David Levithan

Ich habe lange überlegt, diesen Text zu schreiben. Habe darüber nachgedacht, ob das hier Platz auf meinem Blog hat. Denn eigentlich sollte mein Blog wie ein schönes, buntes Marmeladenglas sein. Nur mit guten und freudemachenden Sachen. Tatsache ist jedoch, dass das Leben so nicht mitmacht. Es schenkt einem nicht nur die guten Dinge, sondern auch die weniger schönen. Und weil das so ist, möchte ich diese Zeilen heute mit euch teilen.
Ich möchte über die Liebe schreiben. Über das wunderschönste und furchterregendste, was einem passieren kann.  


Die Liebe gibt es nicht ohne die Wahrheit. Und das ist das Schönste und Schrecklichste an ihr zugleich. Die Sache ist, dass es die Wahrheit ist, die zwei Menschen zur Liebe bringt und es ist auch die Wahrheit, die sie beendet. Ein in sich geschlossenes Paradoxon. Ohne das eine funktioniert das andere nicht.
Es gibt so viele Formen von Liebe. Die Schüchterne, die Leidenschaftliche, die Unerwiderte, die Tragische,… Aber wir alle streben doch nach der einen, der Glücklichen.
So viele Menschen haben schon über die Liebe geschrieben; in schönen, nüchternen, pathetischen Worten. So viele Lieder wurden gesungen über Verzweiflung, Hoffnung und Wut. In so vielen Filmen sehen wir wie sie beginnt und endet. Und auf so vielen Bildern können wir magische Momente spüren. Und dazwischen steht man selbst. Und irgendwann denkt man nach so viel Literatur, Musik, Fotografien und Filmen, hätte man die Liebe verstanden. Hätte sie durschaut mit all ihren Facetten, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten. Hätte verstanden wie sie tickt und was sie mit einem anstellt. Bis man merkt, dass man eigentlich keine Ahnung hatte. Dass man zwar gehört, gelesen und gesehen hat was für ein überwältigendes Gefühl es ist von einem Menschen tatsächlich geliebt zu werden. Dass es aber noch viel überwältigender ist, es selbst zu spüren. Und selbst zu lieben. Aber dass man auch keine wirkliche Ahnung über den Schmerz hatte, den die Liebe mit sich bringen kann. Der genauso überwältigend sein kann. 

Denn so wie die Wahrheit und die Liebe verwoben sind, wollen wir wahr haben, dass es mit dem Glück genauso steht. Und ich glaube wirklich fest daran, dass das so ist. Vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann. Für mich, für alle.


Und vielleicht kommt es sogar darauf an, dass man nicht nur die schönen Momente in sein Marmeladenglas tut. Vielleicht liegt der Sinn darin, auch die Unschönen hinein zu tun, weil sie eben zum Leben dazu gehören und die  wunderbaren Erinnerungen noch viel heller strahlen lassen. Und wenn wir das Marmeladenglas später öffnen und daran schnuppern, werden wir die Spuren der Vergangenheit riechen, aber auch pures Glück.

Celine