"Die Liebe gibt es nicht ohne die Wahrheit"

John Green, David Levithan

Ich habe lange überlegt, diesen Text zu schreiben. Habe darüber nachgedacht, ob das hier Platz auf meinem Blog hat. Denn eigentlich sollte mein Blog wie ein schönes, buntes Marmeladenglas sein. Nur mit guten und freudemachenden Sachen. Tatsache ist jedoch, dass das Leben so nicht mitmacht. Es schenkt einem nicht nur die guten Dinge, sondern auch die weniger schönen. Und weil das so ist, möchte ich diese Zeilen heute mit euch teilen.
Ich möchte über die Liebe schreiben. Über das wunderschönste und furchterregendste, was einem passieren kann.  


Die Liebe gibt es nicht ohne die Wahrheit. Und das ist das Schönste und Schrecklichste an ihr zugleich. Die Sache ist, dass es die Wahrheit ist, die zwei Menschen zur Liebe bringt und es ist auch die Wahrheit, die sie beendet. Ein in sich geschlossenes Paradoxon. Ohne das eine funktioniert das andere nicht.
Es gibt so viele Formen von Liebe. Die Schüchterne, die Leidenschaftliche, die Unerwiderte, die Tragische,… Aber wir alle streben doch nach der einen, der Glücklichen.
So viele Menschen haben schon über die Liebe geschrieben; in schönen, nüchternen, pathetischen Worten. So viele Lieder wurden gesungen über Verzweiflung, Hoffnung und Wut. In so vielen Filmen sehen wir wie sie beginnt und endet. Und auf so vielen Bildern können wir magische Momente spüren. Und dazwischen steht man selbst. Und irgendwann denkt man nach so viel Literatur, Musik, Fotografien und Filmen, hätte man die Liebe verstanden. Hätte sie durschaut mit all ihren Facetten, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten. Hätte verstanden wie sie tickt und was sie mit einem anstellt. Bis man merkt, dass man eigentlich keine Ahnung hatte. Dass man zwar gehört, gelesen und gesehen hat was für ein überwältigendes Gefühl es ist von einem Menschen tatsächlich geliebt zu werden. Dass es aber noch viel überwältigender ist, es selbst zu spüren. Und selbst zu lieben. Aber dass man auch keine wirkliche Ahnung über den Schmerz hatte, den die Liebe mit sich bringen kann. Der genauso überwältigend sein kann. 

Denn so wie die Wahrheit und die Liebe verwoben sind, wollen wir wahr haben, dass es mit dem Glück genauso steht. Und ich glaube wirklich fest daran, dass das so ist. Vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann. Für mich, für alle.


Und vielleicht kommt es sogar darauf an, dass man nicht nur die schönen Momente in sein Marmeladenglas tut. Vielleicht liegt der Sinn darin, auch die Unschönen hinein zu tun, weil sie eben zum Leben dazu gehören und die  wunderbaren Erinnerungen noch viel heller strahlen lassen. Und wenn wir das Marmeladenglas später öffnen und daran schnuppern, werden wir die Spuren der Vergangenheit riechen, aber auch pures Glück.

Celine