Poetry Slam: In der Liebe zählt Mathematik nicht


Eine Minute, bestehend aus 60 Sekunden und 72  Herzschlägen. Eine Minute aus dir und mir. Hundertvierundvierzig. Ein Augenblick, ein Moment, wir liegen. Haut an Haut, der Blick in deinen Augen, unsere Herzen laut schlagend. Und über uns hängt die Unendlichkeit und in uns unendlich weit - Leben. Und ich glaube daran, dass eine Minute Ewigkeit ist. Dass sechzig Sekunden alles sind. Dass diese hundervierundvierzig Herzschläge alles sind was ich brauche. Alles was ich will.

Eine Minute, bestehend aus 60 Sekunden und 72 Herzschlägen. Eine Minute nur ich.
Sechzig Sekunden die Augen schließen, ein Wimpernschlag und doch eine Ewigkeit, allein. Siebzehn Atemzüge wirre Gedanken und Chaos in meinem Kopf. Aus Flausen werden Sorgen werden wahr.
Weil aus Sekunden werden Minuten verlieren sich in Stunden bis der Tag mit der Sonne untergeht. Aus Stunden werden Tage werden Monate, ein Jahr.

Fünundfünzig Tage. Augen schließen. Zahl vergessen. Weiter machen.
Eine gefühlte Ewigkeit, weil wir nur an heute denken. Ein bisschen noch an morgen, aber nicht viel. 

Heute, bestehend aus 24 Stunden und ein paar davon mit dir. Alles was ich brauche, alles was ich will. Und trotzdem drehen die Gedanken im Kreis, machen keinen Halt auch nicht vor dir. Ich versuche sie zu behalten, aber sie stürmen heraus, blasen jedes bisschen Verstand aus mir raus. Und so runde ich ruhelos Tage in Wochen auf. Versuche verlorene Zeit aufzuwiegen, will jedes bisschen und alles bekommen. Und ich giere nach Zahlen, nach Daten und Fakten. Will alle Stunden haargenau takten. Ich addiere die gefühlte Ewigkeit mit der Realität = eine endliche Zahl. Stelle eine neue Formel auf, verwerfe sie, bin zerstreut, reine Qual.

Und dann bist du da. Ein Blick von dir reicht, ein Moment, du bist mir vollkommen nah.
Sechzig Sekunden die Augen schließen, deine Lippen auf meinen spüren, ein Wimpernschlag und doch eine Ewigkeit zu zweit. Und alle Gedanken, alle Zweifel verschwinden. Ich verliere die Angst und gewinne an Halt. Weil so wie du mich küsst, ist das die Unendlichkeit. Und die Zahlen fliegen unendlich weit aus mir heraus. Verlieren ihren Sinn und ich verliere mich ich dir. Und deine Augen leuchten, deine Lippen lächeln. Du ziehst mich an dich heran und sagst: " In der Liebe zählt Mathematik nicht."

Und wir verblassen nicht, weil wir echt sind. Wir zerreißen nicht, weil wir fest sind. Verbunden durch uns selbst, weil wir sind.

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Outfitbilder von Ruth M.
Zum Outfit:
Bluse: H&M
Cardigan: Bershka
Jeans: Zara
Schuhe: Converse
Tasche: Mango

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über liebe Worte freue ich mich immer,
vielen Dank ♥