nachhaltiger Leben: Badezimmer


Wenn man sich ein bisschen mit veganer Ernährung beschäftigt, dann kommt man irgendwann nicht bei dem großen Wort Nachhaltigkeit vorbei. Auch darum habe ich oft einen großen Bogen gemacht, weil ich wusste, ich müsste so viel ändern. Und auch weil ich dachte, es würde anstrengend und zeitaufwendig werden, aber vor allem, dass ich alles auf einmal ändern müsste. Ja, ich bin ziemlich gut darin mir selbst bei solchen Dingen Druck zu machen. Das mit dem Studium wird bestimmt ein Spaß.. Im letzten Monat habe ich dann erstmal mein verbliebenes Shampoo und Duschbad aufgebraucht und dann Schritt für Schritt durch nachhaltigere Alternativen ersetzt. Einfach um ein bisschen weniger herum zu müllen und weil es dann tatsächlich ziemlich Spaß gemacht Neues zu lernen und zu entdecken. Ein paar Tipps, die sich in den letzten Wochen bei mir gut bewährt haben und Teil meiner Routine geworden sind, mag ich deshalb heute mit euch teilen!


SEIFE STATT DUSCHBAD
Die einfachste Umstellung war für mich von Duschbad auf Seife umzusteigen. Damit es auch schon vorher nachhaltig blieb, habe ich meins erstmal aufgebraucht, bevor ich mir Seife zu gelegt habe. Das Seifenstück habe ich mir in einer Drogerie gekauft, allerdings gibt es auch diverse Shops, die selbstgemachte Seifen verkaufen und bestimmt auch toll zum Ausprobieren sind. Ich mag vor allem das Gefühl von Sauberkeit, dass ich nach dem Duschen auf meiner Haut habe. Irgendwie anders als mit normalem Duschbad. Außerdem riecht man nicht unglaublich süß und nach Frucht (ich brauche das nicht unbedingt), sondern einfach leicht und sauber. I like it.


ROGGENVOLLKORNMEHL ALS SHAMPOO
Ein bisschen schwieriger war die Sache sich mit Mehl die Haare zu waschen. Aber auch um einiges lustiger. Zunächst ist es wichtig, dass man wirklich nur Roggenvollkornmehl und keine andere Mehlsorte benutzt. Kann dann zu ganz fiesen Klumpen in den Haaren kommen, die man nicht so leicht wieder raus kriegt. Um das Shampoo anzurühren, benutze ich immer eine Müslischale oder eine große Tasse. Die fülle ich dann zur Hälfte mit dem Mehl und gieße den Rest mit Wasser auf. Man kann mehr oder weniger Wasser nehmen, je nach dem welche Konsistenz einem besser gefällt. Dann wird die Pampe wie Shampoo auf der nassen Kopfhaut einmassiert und wieder ausgewaschen. Wichtig ist, dass du wirklich genug Mehlpampe anrührst und auf deine Haare klatschst. Ich habe anfangs nur mit 2 EL Mehl gearbeitet, aber nach dem Waschen hatte ich immer noch das Gefühl, dass sie etwas fettig waren. In dem Fall also: viel hilft viel! Nach dem Einmassieren gründlich auswaschen und dabei quietschen die Haare dann meistens schon vor Sauberkeit. Good sign! Es kann sein, dass sich ein paar Mehlkrümel in den Haaren verfangen, aber nichts was nicht durchs Föhnen und Kämmen verschwindet. Was ich gemerkt habe, ist dass meine Haare von sich aus mehr Volumen haben und dass sie viel griffiger sind. Den Effekt mag ich ganz gerne (:



KOKOSÖL, MEIN SUPERHELD
Oh ja, das Kokosöl ist schon seit recht langer Zeit mein persönlicher Superheld im Bad, weil es so vielfältig einsetzbar ist. Am meisten verwende ich es vor dem Zähneputzen zum Ölziehen oder auch Oil Pulling genannt. Das Ölziehen ist eine ayuverdische Methode, um Viren, Bakterien und Giftstoffe aus dem Mundraum zu entfernen, die sonst weiter in unserem Körper gelangen würden. Zähne und Zahnfleisch werden gesund gehalten und außerdem hat es einen leicht aufhellenden Effekt auf die Zähne, weil frische Verfärbungen durch Kaffee oder Tee entfernt werden können (muss nicht zwangsläufig sein). Ich nehme etwa einen gehäuften Teelöffel Kokosöl und spüle es circa 15 Minuten in meinem Mund hin und her. Gleichzeitig kann man duschen, sich anziehen oder durch die Wohnung tanzen. Wichtig ist nur, dass du das Öl nicht runter schluckst (kann am Anfang etwas schwer werden, deshalb kannst du mit einer kürzeren Zeit anfangen) und danach Zähne putzt. Das Öl solltest du nicht in den Abfluss spucken, sondern entweder gleich in den Müll oder in ein Gefäß, das du dann entleeren kannst. Ansonsten nehme ich Kokosöl gerne zum Abschminken. Dazu verteile ich etwas Öl auf meinem Gesicht und vor allem auf dem Wimpern und nehme es dann mit einem warmen Waschlappen wieder ab. Funktioniert sehr gut! Man kann das Öl auch als Mückenschutz nutzen, aber das muss ich erst noch ausführlich testen :D


BAMBUSZAHNBÜRSTEN
Im Mai habe ich mir ich zum ersten Mal vegane Zahnbürsten aus Bambus zu gelegt. Ich habe sie auf Amazon bestellt, aber natürliche kann man auch lokale Läden und Shops unterstützen. Muss man vielleicht nur ein bisschen suchen. Die Zahnbürsten habe ich im Viererpack bestellt - da kann man gleich mit Freunden teilen - und gefallen mir richtig gut. Abgesehen davon, dass sie schön aussehen, funktionieren sie wie Zahnbürsten aus Plastik. Am Anfang ist das Gefühl im Mund ein bisschen anders, aber da gewöhnt man sich schnell dran.


SCHWAMM ALS PEELING-ERSATZ
Bei meiner Amazonbestellung wurde mir der fancy Konjac Schwamm vorgeschlagen, der bei fettiger und problematischer Haut helfen und überschüssiges Öl wegnehmen soll. Der Schwamm besteht aus Pflanzenfasern und ist vollkommen biologisch abbaubar, deshalb wollte ich dem ganzen eine Chance geben. Außerdem ist meine Haut seit dem Absetzen der Pille vor einem halben Jahr für meine Verhältnisse recht unrein und öliger geworden. Mit dem Schwamm habe ich keine weltbewegende Veränderung feststellen können, allerdings entfernt er wirklich gut das Öl und hinterlässt ein angenehmes und sauberes Gefühl auf der Haut. Ich benutze ihn zweimal täglich und finde es immer noch ziemlich cool :D


NATÜRLICHES DEO
Ich habe ewig nach einem guten Deo gesucht, das ohne Aluminium ist, aber trotzdem eine gute Wirkung hat. Durch Pia (Kraftfutter) bin ich auf die Deo Creme gekommen und habe sie fix bestellt. Weil Sommer und so. Die Creme ist super ergiebig, weil man immer nur ein kleines bisschen braucht, was man dann auf den Achseln verreibt. Und man riecht lange gut!

Hui, der Beitrag ist ein bisschen länger geworden als ich dachte, aber ich freue mich meine Tipps mit euch teilen zu können. Wie sieht es bei euch aus? Interessiert ihr euch für das Thema und habt ihr schon selbst nachhaltigere Alternativen ausprobiert? Erzählt mal, ich bin super neugierig!

Kommentare

  1. Huhu Celine, ich finde es richtig toll, dass du dich so mit dem Thema Nahchaltigkeit auseinander setzt und deine Tipps wirklich spitze. Die Bambuszahnbürsten werde ich definitiv ausprobieren und auch der Schwamm klingt für mich echt super.
    Ich habe vor kurzem ebenalls damit angefangen, mich mehr mit dem Thema auseinander zu setzen und bin vor kurzem auf die festen Shampoos von Lush umgestiegen. Da meine Haare sehr schnell fetten, muss ich sie täglich waschen und ich war von den vielen leeren Plastikflaschen, die dabei anfallen, nicht unbedingt begeistert. Die festen Shamposs sind wie ein Stück Seife und kommen ganz ohne Verpackung aus, was ich richtig toll finde. Auch die vielen natürlichen Inhaltsstoffe sind super und ich merke total, dass sich meine Haare ohne die ganze Chemie viel leichter und sauberer anfühlen und auch icht mehr so schnell fetten. Solltest du also irgendwann von dem mehl wieder umsteigen wollen, kann ich dir diese sehr empfehlen! :)
    Ganz liebe Grüße, Krissy :)

    AntwortenLöschen
  2. Das finde ich ja sehr spannend - gerade den Aspekt mit dem Shampoo. Danke, ich probiere das aus. *-*

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

    AntwortenLöschen
  3. Jetzt hatte ich einen soo schönen Kommentar getippt und er wurde vom großen Internet geschluckt, ohne bei dir anzukommen :( Also nochmal:

    Ich liebe deine Blogeinträge in letzter Zeit und womit du dich so beschäftigst - für mich macht das deinen Blog umso mehr zu einem Liebling<3

    Seife statt Duschgel finde ich eine super Idee, die ich auch sofort umsetzen werde, sobald mein aktuelles Duschbad aufgebraucht ist. Ich weiß allerdings, dass die Flasche anschließend als Ölflasche oder so weiterverwendet wird :)

    Ich nutze schon seit Jahren das vegan-biologische Shampoo von santé und die dazugehörige Spülung und werde das wohl auch nicht so schnell ändern - es ist da erste Shampoo, welches meine Haare und ich richtig gut vertragen.

    Kokosöl ist gedanklich auch schon lange mein Superheld, ich nutze jedoch zur Zeit Shea Butter: Ich habe Unmengen an Shea Butter in Ghana uf dem Markt gekauft und sie zu Hause in Deutschland in Marmeladengläser abgefüllt. Sie macht sich gut als Bodylotion, Labello, Wimpernserum, gegen Juckreiz, als Haarkur, ...
    Das Deo sieht super aus, das werde ich mal ausprobieren. Wobei ich ehrlich gesagt Deo gar nicht so oft benutze :D

    Und dann noch die Zahnbürsten: Ich schleiche um die Bambuszahnbürsten schon eine Ewigkeit rum, putze aber lieber elektrisch als manuell und konnte mich deswegen bisher noch nicht dazu durchringen. Als Reisezahnbürste habe ich irgendwelche leftovers, die wir von der Zahnfee in der Schule oder vom letzten Zahnarztbesuch/Kieferorthopäde etc. zu Hause rumfliegen haben... Aber bald sind die alle hin und dann... :)

    Ganz liebe Grüße,
    Malika

    AntwortenLöschen

über liebe Worte freue ich mich immer,
vielen Dank ♥